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Landkarte Banat

Der Kulturraum Banat kann als "beispielhaftes Phänomen für das friedliche Nebeneinander und das kreative Miteinander verschiedener Ethnien in einer überschaubaren Region gelten. Dass jede Ethnie ihre kulturelle Identität dabei weiterentwickelt bei gleichzeitiger Toleranz und Achtung der anderen Kulturen, rückt den Kulturraum Banat in die Nähe dessen, was man sich als Modell für manche europäische Region vorstellen kann" (1). Der Kulturraum Banat kann als die Kultur und Geschichte der Banater Deutschen in Wechselwirkung mit den Kulturen der anderen Ethnien der Region - Rumänen, Ungarn, Serben - betrachtet werden.

Das Banat ist ein Landstrich in Südosteuropa, der sich im Dreiländereck Ungarn-Serbien-Rumänien befindet und von der Marosch im Norden, der Theiß im Westen, der Donau im Süden und den westlichen Ausläufern der Süd-Karpaten im Osten begrenzt wird. In der Antike war das Banat Teil des Königreichs Dakien und später nach den Trajan-Kriegen Teil der römischen Provinz Dacia. Während der Awarenzeit im 5. und 6. Jahrhundert siedelten sich Slawen in der Region an. Jahrhunderte später fiel das Banat an das Königreich Ungarn. Die Osmanen eroberten es 1526 und hielten es mehr als 160 Jahre besetzt, bis es 1718 an Österreich fiel und bis zum Ersten Weltkrieg Teil Österreich-Ungarns blieb. Am 21. Juni 1919 wurde das Banat dreigeteilt. Gemäß dem Vertrag von Trianon fielen 18.715 km² an Rumänien (die Kreise Temesch, Arad und Karasch-Severin, sowie ein Teil der Kreise Hunedoara und Mehedinti), 9.307 km² an das Königreich Jugoslawien (die Vojvodina und Zentralserbien) und 271 km² verblieben bei Ungarn (Komitat Csongrád)(2). Das rumänische Banat besteht im Westen aus einem Teil des Pannonischen Flachlandes („die Heide“), im nordöstlichen Teil aus Hügelland („die Hecke“) und im Südosten aus den Karpaten („das Banater Bergland“). Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist die Großstadt Temeswar/Timisoara. Mitten durch das Banat fließt die Temesch. Sie hat der Metropole des Banats, Temeswar, ihren Namen gegeben.

Literatur:

(1) "Kulturraum Banat" von Walter Engel, Klartext Verlag, Essen 2007

(2) Sepp Schmidt, Die Banater Deutschen, ihr Land, ihre Geschichte. In: 40 Jahre Landsmannschaft. 1949/50 - 1989/90. Eine Dokumentation, München 1990

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